Am 3. November ist der Tag des Mannes. Vor zehn Jahren hat das Wiener Büro der Vereinten Nationen erkannt, dass der Mann an sich arg benachteiligt ist und dringend Unterstützung braucht.
Da möchte man als Frau bestimmt nicht widersprechen. Immerhin leben wir in Zeiten, in denen fettfreie Backofen-Pommes, Hybridmotoren und die öffentliche Erwerbbarkeit von Augenbrauenpflege for Men die Würde eines echten Kerls mit Füßen treten.
Ihr müsst aber nicht verzagen, falls euch der Termin nun zu kurzfristig ist, um dieses große Geschlecht so zu würdigen, wie es das verdient hat.
Ihr bekommen nämlich eine zweite Chance. Am 19. November wird in vielen Ländern der Internationale Männertag begangen. Parallel zum Welttoilettentag. Da hat sich doch endlich mal einer was bei gedacht…
Saures, ganz Saures gibt es dieses Jahr von mir zu Halloween. Ich bin diesen ganzen Ami-Quatsch, der immer mehr auch Mainz und Rheinhessen überschwemmt, nämlich leid — und schlage zurück.
Ich habe mir zwei Handlungsalternativen überlegt:
1. Es klingelt. Ich öffne die Tür. Während das konsum– und schokosüchtige Kind mit großen Augen und Totenschädel auf dem Shirt ruft: „Süßes oder Saures?!“ beuge ich mich wohlwollend herab und hebe den Zeigefinger: „Mein liebes Kind“, sage ich. „Du bist das Opfer der stetig voranschreitenden Amerikanisierung des guten alten Europas und unverschuldet in eine Kommerzialisierungsspirale geraten, befreie dich!“.
Völlig egal, ob’s stimmt, das Balg kann mir das Gegenteil eh nicht beweisen. Dann streiche ich ihm über den Kopf und reiche ihm mit mildem Lächeln das Buch „Ethik des Konsums“ von Peter Koslowski und Birger Priddat. Langsam schließe ich die Tür.
2. Es klingelt. Ich öffne die Tür. Während das konsum– und schokosüchtige Kind mit großen Augen und Totenschädel auf dem Shirt ruft: „Süßes oder Saures?!“ rücke ich meinen 05-Schal zurecht. „Ei Bub“, sage ich. „Besinn‘ disch uff dei Worzele!“ Ich schenke mir einen Schluck vom Riesling nach, gehe in die Hocke und drücke dem Knirps ein Stück Fleischwurst in die Hand. Mit fröhlichem Lachen schließe ich die Tür.
Falls ihr ebenfalls Ideen habt, bin ich ganz Ohr. Ansonsten: Bleibt standhaft! Keine Macht für Halloween!