Ich hab‘ mir Deo gekauft. Beim Deo bin ich — wie beispielsweise auch in Punkto Zahnarzt, Gynäkologe und Lieblingswinzer — sehr treu. Ich kaufe immer den gleichen kleinen Rollstift.
Während ich also in einer Drogerie auf der Suche nach meiner bevorzugten Marke bin, trifft es mich wie ein Schlag auf den Kopf: Vor mir sehe ich ein Männerdeo mit dem Aufdruck „96 nonstop“. Ich bin beunruhigt, nehme eine Dose und überprüfe meine Befürchtung. Tatsächlich. Die 96 steht für angeblich 96 Stunden Deoschutz. Männer, ihr verlasst euch doch hoffentlich nicht vier Tage lang auf die Wirkung eines Sprays. Ihr wascht euch doch innerhalb dieser Zeitspanne auch mal. Oder? Oder?
Ich stehe am Regal, halte die Dose der Verkäuferin hin und frage, ob das häufig verkauft wird. „Och, geht so, normal“, sagt sie und versteht überhaupt nicht die Bedeutung meiner Frage. In dieser Stadt leben rund 200.000 Menschen, davon grob geschätzt die Hälfte Männer, macht 200.000 männliche Achselhöhlen. Mir wird schwindelig.
Ich zahle meinen kleinen Deostift, gedacht zur täglichen Verwendung, und verlasse die Drogerie. Am Eingang kommen mir zwei Achselhöhlen entgegen. Schreiend springe ich zur Seite und halte mein Deo wie ein geweihtes Kreuz vor mich. Jetzt springt der Mann zur Seite, sichtlich in Panik. Ich hoffe, sein Deo hält.