Schließt die Augen. Atmet tief ein. Legt den Kopf in den Nacken und sagt „Eierpunsch“. Ist das nicht wundervoll? Dieser Klang: „Eierpunsch“. Wie man mitten im Wort die Lippen zum „P“ spitzt und das „unsch“ zärtlich in die Winterwelt haucht. Oh, Eierpunsch!
Dass im Winter deutlich mehr Menschen dem Glühwein huldigen, ist mir nur recht. Sollen sie doch, ich liebe eben Eierpunsch und ertrage den Spott der fehlgeleiteten Masse mit dem Stolz einer Wissenden.
Kaum habe ich meinen Eierpunsch mit dem kecken weißen Häubchen in den Händen, macht sich Aufregung in mir breit. Da macht sich eine Sahneflocke davon, da eine andere. Schnell mit der Zunge hinterher. Rasch den widerspenstigen Strohhalm gezähmt und saugen, saugen. Eine gewaltige Welle rollt über meine Zunge, süß und energetisch, kraftvoll, unaufhaltsam die Kehle hinab, jede Zelle meines Körpers tanzt. Ich entlasse den Halm in die Freiheit und atme die kalte Winterluft ein, um meinen galoppierenden Puls zu beruhigen. Das Blut rauscht durch meinen Körper, meine Zunge ist noch ganz taub.
Das ist das pure Glück. In diesem Moment bin ich ganz Eierpunsch.