Für Silvesterkinder und andere Randerscheinungen

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    Klingeling, weg da!

    Rad2
    Was man als Rad­ler in die­ser Stadt mit­macht, ist nicht län­ger zu ertra­gen. Die geballte Frech­heit des Main­zer Fuß– und Auto­volks zeigt sich täg­lich in solch infa­mer Weise, dass ich einen klei­nen Leit­fa­den in Sachen Stra­ßen­kampf für radelnde Brü­der und Schwes­tern erar­bei­tet habe.

    1. Wenn ein Fuß­gän­ger auf einem mar­kier­ten Rad­weg her­um­schlen­dert, dann ist er als vogel­frei anzu­se­hen. Ich emp­fehle als Jagd­route die Große Blei­che. Auf­grund zahl­rei­cher Bus­hal­te­stel­len und Shops mei­nen die Zwei­bei­ner offen­bar, sie wären die Chefs im Revier. Hah! Oder bes­ser Halali! Mein Tipp: Am Ernst-Ludwig-Platz ein­bie­gen, auf die nächste Grün­phase war­ten und dann wie ver­rückt in die Pedale tre­ten. Wäh­rend ihr dahin­fliegt, soll­tet ihr kräf­tig ins Jagd­horn bla­sen. Die Fuß­gän­ger wer­den angst­pup­send vor euch weg­sprin­gen wie kleine Häs­chen und sich nie wie­der in euer Radweg-Revier trauen!

    2. Auch ihr habt ein Recht auf Park­plätze. Man ver­wei­gert es euch? Dann nehmt es euch! Wich­tig ist, dass ihr euch in der Nach­bar­schaft in klei­nen, eigen­stän­dig ope­rie­ren­den Guerilla-Einheiten orga­ni­siert. Bleibt dabei immer unauf­fäl­lig, Jeans und Turn­schuhe sind Kampf­an­zug und Mili­tär­stie­feln vor­zu­zie­hen. Ziel sind nade­listich­ar­tige Vor­stöße, die den Geg­ner lang­sam und qual­voll zer­mür­ben. Mein Tipp: Sobald wie­der mal eine dicke Karre dort parkt, wo eigent­lich ein hüb­sches Plätz­chen für eure Räder wäre, dann ver­sam­melt ihr euch in den umlie­gen­den Häu­sern und fahrt gezielte Was­ser­bom­ben­at­ta­cken aus dem Hin­ter­halt. So schnell könnt ihr nicht nach­la­den, wie der Automensch mit sei­ner Karre auf und davon ist.

    3. Ver­tei­digt euer Recht in Ein­bahn­stra­ßen. Vor allem im Blei­chen­vier­tel und in der Neu­stadt gibt es etli­che, in denen Rad­lern beide Fahrt­rich­tun­gen erlaubt sind. Das wol­len die Blech­an­trei­ber aber par­tout nicht kapie­ren. Ihr wer­det die Situa­tion ken­nen: Frau­en­lob­straße, 12 Uhr mit­tags, der West­wind weht einen Dorn­busch hin­aus in die Prä­rie, vom Fluss her ertönt das Jau­len eines ein­sa­men Kojo­ten. Ihr kommt gerade von der Bopp­st­raße, wäh­rend unten eine gewal­tige Karosse ein­biegt. Diese Straße ist defi­ni­tiv zu klein für euch zwei. Mein Tipp: Berei­tet euch auf die­ses Duell vor. Auf den Gepäck­trä­ger gehört ein Dis­co­ne­bel­wer­fer, Bul­len­hör­ner an das Lenk­rad, Ket­tenöl ins Gesicht. Wäh­rend der Automensch noch mit sei­nem klei­nen Gehirn ver­sucht, die Situa­tion ein­zu­schät­zen, zieht ihr euren Knallblättchen-Colt und hetzt auf eurem treuen Gefähr­ten die Frau­en­lob­straße hin­un­ter. Der Blech­mann wird nicht lange fackeln, den Rück­wärts­gang rein­ja­gen und euch das Feld überlassen.

    • 27 October 2011
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    Alexandra Schröder ist Journalistin, Rheinhessin, Familienmensch, Kaffeejunky, Sookie-Stackhouse-Freundin, Tatort-Guckerin, Radlerin, Suppenguru, Winnetou-Schallplatten-Hörerin, WG-Bewohnerin, Weinnase, Theatergängerin, Rainer-von-Vielen-Fan, Briefeschreiberin, Tante, Magistra, Steinbock, Kinoliebhaberin, Blutspenderin, Mikrokreditgeberin, Landei, Fernreisende, Bibliotheksmitglied, Sporteventfan, Schokoesserin, Krimileserin - und Sil­ves­ter­kind.

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