Für Silvesterkinder und andere Randerscheinungen

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    Rosenmontagstipps für Zugezogene

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    Ihr seid neu in der Stadt? Und habt die ver­gan­ge­nen Wochen mit wach­sen­dem Erstau­nen eure Umge­bung beob­ach­tet? Es kommt noch dicker. Hier sind 11 Tipps für Rosenmontag:

    1. Falls ihr noch über­le­gt: Die Ant­wort lau­tet Ja. Ja, ihr soll­tet euch unbe­dingt ver­klei­den. Wer das nicht tut, der erfährt das­selbe Maß an Auf­merk­sam­keit, als würde er bei der Früh­messe nackt durch den Dom ren­nen. Das Gute ist: Main­zer sind groß­zü­gig. In der Regel gilt es schon als Ver­klei­dung, wenn man Rin­gel­söck­chen trägt und die Hose hochkrempelt.

    2. Äußert euch gern wohl­wol­lend zu den Kos­tü­men ande­rer. Spa­rt euch aber jeden Kom­men­tar in Rich­tung eines (ech­ten) Poli­zis­ten nach dem Motto: „Sub­bäh Kos­tüm, Gummigesicht!“

    3. Ganz wich­tig: Wir fei­ern hier F-A-S-T-N-A-C-H-T. Und der dazu­ge­hö­rige Ruf heißt nicht Alaaf, Dol­lau oder Hej-Jo, son­dern Helau, gerne ein­ge­lei­tet mit „Ein drei­fach don­nern­des…“. Bei Helau guckt man ver­zückt in den Main­zer Him­mel, packt sich mit der rech­ten Hand ans Herz und wirft den Arm in die Luft. Bitte dar­auf ach­ten, dass ihr in eurem Anfän­ger­über­mut kei­nen Ran­zen­gar­dis­ten k.o. schla­gt. Die fei­ern die­ses Jahr Jubi­läum und sind daher im Zen­trum der när­ri­schen Aufmerksamkeit.

    4. Noch was zur Ran­zen­garde: Wenn deren Wagen vor­bei­kommt, dann guckt mal, ob da oben einer den Ein­druck macht, er hätte die Uni­form zum ers­ten Mal an. Grü­ßt ihn ganz herz­lich, das ist mein Kol­lege Jochen Dietz!

    5. Es gibt ja den berühm­ten Satz: „Ich kann auch ohne Alko­hol lus­tig sein!“ Das mag sein, der Rosen­mon­tag kann das aber nicht. Ihr soll­tet euch also den ein oder ande­ren Sekt gönnen.

    6. Stink­be­sof­fen durch die Stadt fal­len, in Blu­men­beete kot­zen und in Haus­ein­gänge pin­keln ist nicht mit „den ein oder ande­ren Sekt gön­nen“ gemeint. Wer so weit ist, der hat sie ein­fach nicht mehr alle.

    7. Ler­nt wich­ti­ges Lied­gut. Text­si­cher­heit wird gern gehört bei „Am Rosen­mon­tag bin ich gebo­ren“ von Mar­git Spon­hei­mer und „Im Schat­ten des Doms“ von Tho­mas Neger. Wenn ihr auf­trump­fen und eure Ver­bun­den­heit mit der neuen Hei­mat zei­gen wol­lt, dann stim­mt das Mainz-Lied von Lars Reichow an. Es wer­den Trä­nen der Rüh­rung kul­lern, aber man wird euch lieben.

    8. Apro­pos lie­ben: Es ist wahr­schein­lich, dass sich ein See­bär, ein Mess­die­ner oder eine Gieß­kanne auf euch stürzt und abknutscht. Mein Tipp: Wenn die Gieß­kanne gut aus­sieht, dann macht hem­mungs­los mit. Ansons­ten sagt fol­gen­den Satz: „Ich lebe in Wies­ba­den, bin gegen Fleisch­wurst all­er­gisch und treue Anhän­ge­rin des FCK. Alaaf!“

    9. Machen wir uns nix vor, der Rosen­mon­tag ist vol­ler Gefah­ren. Vor allem vol­ler brand­ge­fähr­li­cher Eltern, die jedes ein­zelne Bon­bon die­ses Zuges für ihr ver­zo­ge­nes Balg vor­ge­se­hen haben. Und da ken­nen die nix: Unzu­läs­si­ger Ein­satz von Regen­schir­men sowie Atta­cken mit Kin­der­wa­gen sind die Regel — und ganz ver­se­hent­lich fliegt auch mal ein Ell­bo­gen beim Fan­gen durch die Luft.

    10. Das Wurf­ma­te­rial ist eh so eine Sache. Ja, man kriegt was umsonst, aber nicht alles, was umsonst ist, will man auch haben. Ich erin­nere mich an meh­rere Schwamm­tü­cher, brö­se­li­ges Pop­corn und abge­lau­fene Scho­ko­lade, die ihren Weg zu mir gefun­den haben. Schen­kt all die­ses über­flüs­sige Zeug ein­fach den Kin­dern, deren Eltern ihr beson­ders ner­vig fandet.

    11. Rech­net mit unge­ahn­ten Schmer­zen am nächs­ten Mor­gen. Irgend­was wird euch weh tun und ihr wer­det nicht wirk­lich sagen kön­nen, warum eigent­lich. Seid froh darüber!

    • 7 March 2012
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    Alexandra Schröder ist Journalistin, Rheinhessin, Familienmensch, Kaffeejunky, Sookie-Stackhouse-Freundin, Tatort-Guckerin, Radlerin, Suppenguru, Winnetou-Schallplatten-Hörerin, WG-Bewohnerin, Weinnase, Theatergängerin, Rainer-von-Vielen-Fan, Briefeschreiberin, Tante, Magistra, Steinbock, Kinoliebhaberin, Blutspenderin, Mikrokreditgeberin, Landei, Fernreisende, Bibliotheksmitglied, Sporteventfan, Schokoesserin, Krimileserin - und Sil­ves­ter­kind.

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