Für Silvesterkinder und andere Randerscheinungen

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    Wenn meinereiner eine Reise tut...

    Unbenannt
    Gerade komme ich aus dem Urlaub zurück. Ich war in Sri Lanka — und ich habe es über­lebt. Glück gehabt. Ich liebe Rei­sen, egal wohin: Ruck­sack­tour durch Indien, Städ­te­trip nach Dub­lin, Auto­fahrt durchs Elsass. Aber ich bin mir der Gefah­ren wohl bewusst. Beson­ders einer: Tollwut.

    Sobald ich die Lan­des­gren­zen von Rheinland-Pfalz über­schrit­ten habe, lebe ich in der stän­di­gen Angst, Toll­wut zu krie­gen. Das Schlimme ist, ich liebe Tiere. Vor allem die ver­däch­ti­gen wie Strand­hunde und streu­nende Kat­zen. Es ist immer das­selbe Spiel: Das Tier streicht um meine Beine, ich streichle es, das Tier läuft weg, ich schreie: „Oh Scheiße, ich krieg‘ Toll­wut!“ und meine Rei­se­beglei­tung — nen­nen wir sie mal Andrea — rollt mit den Augen: „Nicht schon wieder…“Vor Jah­ren war ich in Thai­land. Am Strand von Kho Chang habe ich einen Hund gestrei­chelt, der mir über die Hand geleckt hat. Alaaarm! Selbst wenn man nur eine kleine Wunde an der Hand hat, kann das bei einem infi­zier­ten Tier schon aus­rei­chen für eine Über­tra­gung. Ich bin zu unse­rer Strand­hütte gerannt, hab mir in hel­ler Auf­re­gung die Fin­ger geschrubbt und des­i­ni­fi­ziert. Der­weil lag meine Freun­din — nen­nen wir sie Marion — drau­ßen mit dem Hund am Strand und hat sich nicht mal mehr gewun­dert. Als wir wie­der zu Hause waren, habe ich das nahe gele­gene DRK-Krankenhaus ange­ru­fen. Ich habe dem Mann am Tele­fon die Lage geschil­dert. Erst war Stille in der Lei­tung, dann ant­wor­tete er ganz lang­sam und in sehr ruhi­gem Ton­fall: „Tut mir leid, aber für Gegen­maß­nah­men ist es jetzt zu spät. Ich kann nichts mehr für Sie tun!“

    Vor dem nächs­ten Urlaub bin ich wegen einer Toll­wut­imp­fung zum Arzt. Das Mit­tel musste ich mir in der Apo­theke holen. Ich war damals in drei Apo­the­ken in der Main­zer Neu­stadt, jede hätte mir das Mit­tel erst bestel­len müs­sen. Aller­dings war ich etwas knapp dran und das hätte dann alles nicht mehr bis zu mei­nem Urlaubs­be­ginn hin­ge­hauen. Als ich aus der drit­ten Apo­theke raus bin, habe ich die Che­fin noch zu ihrer Ange­stell­ten sagen hören, dass das gerade echt sel­ten war und dass sie die­sen Impf­stoff irgend­wann zu Anfang des Jahr­tau­sends zum letz­ten Mal bestellt habe — für einen Tier­arzt. Ich habe das Rezept zer­ris­sen. Der Urlaub in Süd­afrika lief ab wie zu erwar­ten und meine Freun­din — nen­nen wir sie Julia — erzählt heute noch gern auf Par­tys von den Reak­tio­nen der Hos­tel­be­trei­ber, wenn ich gefragt habe, ob ihre Tiere gegen Toll­wut geimpft seien.

    Vor etwa drei Jah­ren habe ich mich nun tat­säch­lich gegen Toll­wut imp­fen las­sen. In Sicher­heit wie­gen kann ich mich des­we­gen aber nicht. Falls jetzt wie­der ein Ver­dacht besteht, dann muss ich trotz Imp­fung schnells­tens zum Arzt. Meine Freun­din­nen soll­ten also nicht zu ent­spannt sein…

    • 23 November 2012
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    Alexandra Schröder ist Journalistin, Rheinhessin, Familienmensch, Kaffeejunky, Sookie-Stackhouse-Freundin, Tatort-Guckerin, Radlerin, Suppenguru, Winnetou-Schallplatten-Hörerin, WG-Bewohnerin, Weinnase, Theatergängerin, Rainer-von-Vielen-Fan, Briefeschreiberin, Tante, Magistra, Steinbock, Kinoliebhaberin, Blutspenderin, Mikrokreditgeberin, Landei, Fernreisende, Bibliotheksmitglied, Sporteventfan, Schokoesserin, Krimileserin - und Sil­ves­ter­kind.

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