Das Grauen hat einen Namen: Seite 398. Sie ist die letzte in dem Vampirroman, den ich gerade ausgeliehen habe und ich habe sie zu Ende gelesen. Das ist so schlimm. Gerade hat Sookie Stackhouse noch die dollsten Dinger auf der großen Konferenz der Vampire erlebt und dann kommt die Seite 398. Und ich liege plötzlich wieder auf meiner Couch in der Mainzer Neustadt, wo ich doch gerade noch mit meinen Helden der Nacht und einem enorm gutgebauten Wertiger in Louisiana unterwegs war.
Ich brauche Nachschub. Ich habe schon Mitte der Woche geahnt, dass ich nicht lange brauchen würde zum Durchlesen und bin umgehend zu meinem Bücherlieferanten Nummer eins gerannt, der Anna-Seghers-Bibliothek am Hauptbahnhof. In Buchhandlungen gehe ich nicht mehr, seit die mehr Postkarten, DVDs und Geschenkartikel im Angebot haben als Bücher. Ich warte nur noch auf den Tag, dass ich dort Haftpflichtversicherungen und Grillkohle kaufen kann. Auf jeden Fall hat mich fast der Schlag getroffen, als ich im Suchsystem den Hinweis "Zentrale: Entliehen" gelesen habe. Ich hab sofort eine Angestellte gebeten, mir die gewünschten nächsten Teile der Sookie-Stackhouse-Reihe aus der Hechtsheimer Filiale zu ordern - und was sagt die? "Dauert bis Dienstag!" Meinen Hinweis, dass ich Hechtsheim in Mainz und nicht Hechtsheim in der Mongolei meinte, hat sie schlicht ignoriert.
Wie ich das durchstehen soll, ist mir ein Rätsel. Wenigstens habe ich meinen Nervenzusammenbruch diesmal vor dem Regal "Grusel/Horror" bekommen. Als ich letztes Mal einer Vampirserie verfallen war, stand ich vorm Regal "15+".